Lösungen · Planung und Material
Welche Angaben eine Rohrleitungsplanung braucht
Eine Rohrleitung wird nicht nach Nennweite bestellt, sondern nach dem, was sie tun soll. Diese Seite nennt die zehn Angaben, die jede Planung klären muss – von der Gebäudeinstallation bis zum Großanlagenbau –, und sagt bei jeder, was der Planer daraus für die Stückliste festlegt. Geplant wird vom Anlagenplaner, Fachplaner oder Installateur – wir liefern das Material. Was wir brauchen, ist die Teilespezifikation jeder Position – klar, vollständig, fertig spezifiziert.
- Für wen
- Fachplaner, Installateure, Anlagenbauer, Einkauf – und alle, die eine Anfrage vorbereiten
- Was wir tun
- Material nach Ihrer Stückliste liefern, mit Zeugnissen je Position; die Auslegung bleibt beim Planer
- Was der Planer klärt
- Medium · Druck und Temperatur · Volumenstrom und Nennweite · Regelwerk · Werkstoff und Zeugnis · Verbindung · Dämmung · Dehnung und Halterung · Prüfung · Dokumentation
- Was wir brauchen
- Je Position: Norm und Bauart · Werkstoff · Maß · Ausführung · Zeugnisart · Menge – dazu das Regelwerk, nach dem bestellt wird
Die zehn Angaben – und was der Planer daraus für uns festlegt
Die Reihenfolge ist die der Planung: Aus dem Medium folgen Druck und Temperatur, daraus Werkstoff und Wanddicke, daraus Verbindung, Halterung und Prüfung. Die zehn Angaben braucht der Planer, um zu wissen, welche Teile er einsetzt. Wir brauchen das Ergebnis: die Teilespezifikation jeder Position. Wie der Planer von den Angaben zur Stückliste kommt, ist seine Sache – die rechte Spalte sagt nur, was am Ende an uns geht.
| # | Angabe | Was der Planer festlegt | Was daraus in der Stückliste an uns steht |
|---|---|---|---|
| 1 | Medium | Welcher Stoff fließt, in welchem Zustand (flüssig, gasförmig, zweiphasig), wie rein, wie korrosiv, ob Trinkwasser, Lebensmittel, Gas oder Gefahrstoff. Das Medium entscheidet über Werkstoff, Dichtung und Regelwerk. | Nichts direkt – aus dem Medium leitet der Planer Werkstoff und Dichtwerkstoff ab und spezifiziert sie uns je Position. Das Medium selbst darf als Kopfzeile stehen, ersetzt aber keine Angabe. |
| 2 | Druck und Temperatur | Auslegungsdruck und -temperatur (das, worauf gerechnet wird) und Betriebswerte. Daraus folgen Druckstufe (PN oder Class), Wanddicke und die Frage, ob die Druckgeräterichtlinie greift. | Die daraus gewählte Druckstufe je Flansch (PN oder Class) und die Wanddicke je Rohr und Formstück – als Angabe in der Position: Flansche. |
| 3 | Volumenstrom und Nennweite | Aus dem Volumenstrom und der zulässigen Fließgeschwindigkeit folgt der Innendurchmesser, aus dem Druckverlust über die Länge die endgültige Nennweite. Das ist Planungsarbeit – wir übernehmen die Nennweite, nicht den Rechengang. | Nennweite DN oder Außendurchmesser × Wanddicke je Position; bei Systemrohren die Dimension des Systems (z. B. 28 × 1,2). |
| 4 | Regelwerk | Welche Regeln gelten: Druckgeräterichtlinie und Kategorie, Trinkwasserverordnung und die Installationsregeln, Gas, Dampf, Kälte, Brandschutz; Rohrleitungsnorm (europäische Metallrohrleitungsnorm, AD-2000-Regelwerk, ASME B31). Das Regelwerk legt fest, welche Zeugnisse und Prüfungen verlangt werden. | Der Planer gibt vor, nach welchem Regelwerk bestellt wird – als Kopfzeile der Stückliste („AD 2000“, „Trinkwasserinstallation“) und als Zeugnisart je Position. |
| 5 | Werkstoff und Zeugnisart | Werkstoff je Leitung nach Medium, Temperatur und Regelwerk; dazu die Bescheinigung nach EN 10204 (Werkszeugnis 2.2, Abnahmeprüfzeugnis 3.1 oder 3.2) und ob eine Rückverfolgbarkeit je Position verlangt ist. | Werkstoffnummer oder Kurzname (1.4404, P235GH) und Zeugnisart je Position – die wichtigste Zeile der Spezifikation; ein 3.1 lässt sich nachträglich kaum beschaffen: Werkszeugnisse nach EN 10204 · Werkstoffe. |
| 6 | Verbindungsart und Dichtfläche | Schweißen, Flansch, Gewinde, Pressen, Nut oder Klemmen – je Abschnitt eine. Bei Flanschen Typ, Druckstufe und Dichtfläche (Dichtleiste, Nut und Feder, Raised Face), dazu Dichtung und Schrauben. | Je Position die Bauart: bei Flanschen Typ, Druckstufe und Dichtfläche, bei Presssystemen das System und die Dimension, bei Gewinde die Gewindeart: Flansche · Presssysteme · Verbinden ohne Schweißen. |
| 7 | Dämmung | Wärme-, Kälte- oder Schallschutzdämmung und ihre Dicke; Dampfsperre bei Kälte. Die Dämmdicke bestimmt Achsabstände, Schellen und Wanddurchführungen. | Die daraus gewählten Teile als Positionen – Schellen mit Dämmeinlage, Rohrschalen, vorgedämmtes Rohr. |
| 8 | Dehnung und Halterung | Längenänderung aus Temperaturdifferenz und Werkstoff, Festpunkte und Gleitpunkte, Dehnungsausgleich durch Schenkel, Bögen oder Kompensatoren, zulässige Stützweiten je Nennweite und Füllung. | Schellen, Gleit- und Festpunktlager, Kompensatoren und Rundstahlbügel als spezifizierte Positionen mit Stückzahl aus dem Halterungsplan des Planers: Rohrbefestigung · Rohrschellen. |
| 9 | Prüfung und Abnahme | Druck- oder Dichtheitsprüfung (Prüfmedium, Prüfdruck, Dauer), Spülung und Desinfektion bei Trinkwasser, zerstörungsfreie Prüfung der Schweißnähte, Abnahme durch eine benannte Stelle oder den Betreiber. | Die Zeugnisart je Position (3.2 statt 3.1, wenn eine Abnahmeorganisation beteiligt ist) und Prüfstopfen, Blindflansche oder Prüfbögen als eigene Positionen: Abnahmen. |
| 10 | Dokumentation und Rohrklasse | Rohrleitungsklasse (welche Teile mit welchem Werkstoff, welcher Wanddicke und welchem Zeugnis zu welchem Medium gehören), Isometrien, Stückliste, Kennzeichnung, Dokumentation für Betreiber und Behörde. | Die Stückliste selbst – Position, Menge, auf Wunsch Leitungsnummer. Die Rohrklasse ist das Werkzeug des Planers, aus dem er die Stückliste ableitet: Zeugnisse und Dokumentation · Verpackung und Kennzeichnung. |
Gliederung und Inhalte selbst formuliert nach dem Fachbuch Franke/Platzer „Rohrleitungen – Grundlagen, Planung, Montage“ (Kapitel 3 Dimensionierung, 4 Verlegung, 5 Montage) und dem Tabellenbuch für den Rohrleitungsbau; keine Normtexte, keine Berechnungsformeln. Die rechte Spalte ist unsere Aussage als Lieferant.
Was wir tun – und was nicht
Geplant wird vom Anlagenplaner, Fachplaner oder Installateur – wir liefern das Material. Rohrnetz, Wanddicke und Dehnung legt der Planer fest – wir übernehmen seine Spezifikation. Was wir tun: aus Ihrer Stückliste die Positionen zusammenstellen, Werkstoff, Norm und Zeugnisart je Position prüfen, auf Wunsch Flansch, Dichtung und Schrauben als Satz liefern, Zeugnisse je Position zuordnen und auf Wunsch je Leitung kommissionieren. Wir brauchen dafür nicht die zehn Angaben, sondern die Teilespezifikation jeder Position. Fehlt dort etwas, fragen wir nach, bevor wir bestellen – das ist schneller als ein Rücklauf.
Vertiefung Gebäudetechnik: was ein Rohrnetzplaner fragt
In der Trinkwasser- und Heizungsinstallation steckt die Planung meist beim Fachplaner oder im Projektierungsservice eines Systemherstellers. Im Allgemeinen benötigt der Rohrnetzplaner die folgenden Angaben; wer sie vorab beantwortet, verkürzt die Planung um Tage. Die Gliederung folgt den Regeln für Trinkwasserinstallationen (DIN 1988-300, EN 806-3) – wiedergegeben wird hier nur, was gefragt wird, nicht die Berechnung.
- Pläne als DWG oder DXF mit Standorten von Hausanschluss, Verteilern, Steigleitungen, Zapfstellen und Spülstationen.
- Mindestdruck nach dem Wasserzähler und Versorgungsdruck, Entfernung zum Hausanschluss.
- Zirkulation ja oder nein; Warmwasserbereitung zentral oder dezentral (Frischwasser- oder Wohnungsstationen mit Datenblatt).
- Installationsart: Durchschleif-Ring, Reihe oder T-Stück – sie bestimmt Rohrmengen und Dimensionen.
- Dämmung bauseits oder vorgedämmt; Brandschutzdurchführungen.
- Sonderarmaturen und Außenzapfstellen mit Lage und Datenblatt.
- Heizung: bereinigte Heizlast je Heizkörper (eine spezifische Angabe je Quadratmeter reicht nicht), Vorlauftemperatur und Spreizung, Heizkörpertyp und Anschluss- oder Ventilvariante, Wärmemengenzähler.
- System: welches Press- oder Stecksystem, welcher Rohrwerkstoff (Edelstahl, Kupfer, Verbund, C-Stahl für geschlossene Kreise) – und ob Mischinstallation vorkommt.
Für die Bestellung bei uns folgt daraus die Stückliste des Planers: System und Dimension je Position, Rohrlängen in Stangen oder Ringen, Fittings mit Artikelnummer oder eindeutiger Bezeichnung, Dämmung und Befestigung als eigene Positionen. Übergänge zwischen Systemen und Werkstoffen sind eigene Teile: Systemfinder · Mischinstallation und Korrosion · Systemübergang.
Fragenkatalog nach den Projektierungs-Checklisten der Systemhersteller (Herstellerunterlagen, Klasse H – als Fragenkatalog übernommen, lieferantenneutral) und den Planungshinweisen der Systemhersteller; Gliederung nach DIN 1988-300 und EN 806-3 nur genannt, nicht wiedergegeben.
Vertiefung Anlagenbau: von der Rohrklasse zur Stückliste
Im Anlagenbau beginnt die Planung mit der Rohrleitungsklasse: Je Medium und Druckstufe legt sie fest, aus welchem Werkstoff Rohr, Bogen, T-Stück, Reduzierung, Flansch, Dichtung und Schraube bestehen, welche Wanddicke je Nennweite gilt, welche Flanschbauart und Dichtfläche, welche Zeugnisart und welche Prüfungen. Die Isometrie je Leitung zählt dann nur noch Stück und Länge. Rohrklasse und Isometrie zusammen ergeben die Stückliste – und die Stückliste ist das, was wir brauchen.
| Festlegung der Rohrklasse | Beispiel | Was in der Stückliste an uns steht |
|---|---|---|
| Werkstoff und Erzeugnisnorm | Rohr P235GH nach EN 10216-2, Formstücke nach EN 10253-2, Flansche P250GH nach EN 1092-1 | Je Position Norm, Werkstoff und Bauart genau so; Doppelzertifikate so, wie das Werk sie bescheinigt – die Zeugnis-Checkliste zeigt, was im Zeugnis zu prüfen ist |
| Wanddicke je Nennweite | DN 50: 60,3 × 2,9; DN 100: 114,3 × 3,6 | Rohr und Formstücke je Position mit der Wanddicke der Rohrklasse, damit die Anschweißenden passen |
| Flanschtyp, Druckstufe, Dichtfläche | Vorschweißflansch Typ 11 PN 40, Dichtleiste Form B1 | Flansch, Dichtung und Schrauben als eigene Positionen – auf Wunsch als Satz je Verbindung: Flansche · Dichtungen |
| Zeugnisart | 3.1 nach EN 10204 für alle drucktragenden Teile, 2.2 für Schrauben | Zeugnisart je Position in der Stückliste; 3.2 nur bei Bestellung mit Abnahmeorganisation |
| Prüfungen und Kennzeichnung | Schmelzennummer auf jedem Teil, Farbkennzeichnung je Werkstoff | Farbmarkierung und Etiketten je Leitung nur, wenn vorher so vereinbart: Verpackung und Kennzeichnung |
Der Mehrwert liegt in der Zuordnung: Wer Projektausrüstung bestellt und das vorher mit uns vereinbart, bekommt die Lieferung nach Leitungen kommissioniert, die Zeugnisse nach Positionen sortiert und die Lieferscheine mit Leitungsnummer – die Grundlage der Projektdokumentation: Projektausrüstung · Zeugnisse und Dokumentation.
Begriffe Rohrleitungsklasse, Isometrie, Stückliste nach dem Fachbuch Franke/Platzer (Kapitel 5 Montage, Voraussetzungen und Vorfertigung) und der Praxis des Projektgeschäfts; die Beispielzeilen sind erfunden, keine Vorgabe. Die Leistungsaussagen sind unsere.
Checkliste zum Mitschicken
Für eine Materialanfrage brauchen wir je Position die Teilespezifikation – als Stückliste in der Mail, als Tabelle oder als Export aus Ihrer Planung:
- Norm und Bauart (z. B. Vorschweißflansch EN 1092-1 Typ 11, Rohrbogen EN 10253-2 Typ A 90°)
- Werkstoff (Werkstoffnummer oder Kurzname) · Zeugnisart nach EN 10204
- Maß: Nennweite oder Außendurchmesser × Wanddicke, Druckstufe PN oder Class, Dichtfläche bei Flanschen
- Ausführung (schwarz, verzinkt, gebeizt, Dichtwerkstoff bei Systemen) · Menge und Länge
- Als Kopfzeile: Regelwerk, nach dem bestellt wird · Liefertermin und Lieferadresse · auf Wunsch Leitungsnummer je Position
Was fehlt, fragen wir nach. Was wir nicht liefern, sagen wir – und nennen, wer es kann.
Häufige Fragen
Welche Angaben braucht eine Rohrleitungsplanung?
Zehn: Medium, Druck und Temperatur, Volumenstrom und Nennweite, Regelwerk, Werkstoff und Zeugnisart, Verbindungsart, Dämmung, Dehnung und Halterung, Prüfung, Dokumentation.
Könnt ihr die Rohrleitung für uns auslegen?
Nein – geplant wird vom Fachplaner oder Installateur. Wir prüfen Ihre Stückliste auf Werkstoff, Norm und Zeugnisart und liefern das Material.
Wir haben nur die Nennweite – reicht das?
Für ein Angebot nicht: Wir brauchen je Position Norm, Bauart, Werkstoff, Maß, Ausführung, Zeugnisart und Menge. Medium, Druck und Temperatur helfen dem Planer bei der Auswahl – uns hilft die fertige Spezifikation.
Was ist eine Rohrklasse?
Eine Festlegung je Medium und Druckstufe, welche Teile aus welchem Werkstoff, mit welcher Wanddicke, welchem Flansch, welcher Dichtung und welchem Zeugnis zu verbauen sind. Anlagenbauer führen sie als Tabelle.
Brauchen wir immer ein 3.1?
Nein – das Regelwerk entscheidet. Drucktragende Teile unter der Druckgeräterichtlinie meist ja, Gebäudeinstallation meist nein (Systemzulassung und Kennzeichnung). Ein 3.1 muss bei der Bestellung verlangt werden.
Stückliste da? Dann los.
Schicken Sie uns Ihre Stückliste – je Position klar spezifiziert – wir antworten mit Positionen, Zeugnisart und Lieferzeit.
Jetzt anfragenIhre Anfrage an Zickwolff
Senden Sie uns, was Sie haben – Bezeichnung, Norm, Menge, Termin. Den Rest klären wir mit Ihnen.
Eine Position oder eine Frage
Anfrage senden
Nicht lagernd? Wir beschaffen es – auch Einzelteile.
Bezeichnung, Norm und Menge genügen.
Mehrere Positionen
Stückliste senden
200 Positionen? Eine Stückliste genügt – wir liefern komplett.
Als Datei anhängen.
Hilfreich, falls schon bekannt: Projekt und Land, Termin, Zeugnisse, Verpackung und Sprache der Packlisten. Fehlt etwas, fragen wir nach.
Es eilt
Express anfragen
Bis wann brauchen Sie es? Express-Lieferung, auf Wunsch bis auf die Baustelle.
Schreiben Sie dazu, bis wann Sie das Material brauchen – wir sagen Ihnen, was möglich ist.
Stand 24.10.2026. Fachinhalte selbst formuliert nach Fachbuch (Franke/Platzer, Rohrleitungen) und Tabellenbuch für den Rohrleitungsbau; Fragenkatalog Gebäudetechnik nach Herstellerunterlagen, lieferantenneutral; DIN 1988-300 und EN 806-3 nur als Gliederung genannt. Keine Planungsleistung, keine Rechtsberatung.