DIN EN 1092-1 · Rückwärtssuche
Flansch bestimmen: Größe an gemessenen Maßen ermitteln
Ein Flansch liegt vor Ihnen, die Kennzeichnung ist unleserlich oder gar nicht vorhanden, und Sie brauchen Ersatz. Tragen Sie ein, was Sie messen können – Außendurchmesser, Blattdicke, Lochzahl, Lochkreis. Diese Seite nennt Ihnen die Nennweiten und Druckstufen nach DIN EN 1092-1, deren Grenzmaße Ihre Messwerte einschließen, und zu jedem Maß die Tabellenzeile, aus der das folgt.
Gerechnet wird nicht mit Nennmaßen, sondern mit den Grenzmaßen der Norm. Das ist der Unterschied zu einer Tabelle zum Nachschlagen: ein gefertigter Flansch trifft sein Nennmaß so gut wie nie, und die Bereiche benachbarter Größen überlappen sich. Wer nur nach dem nächstgelegenen Nennmaß sucht, bekommt eine Antwort, die genauer aussieht, als sie ist.
Die vier Maße, die zählen
Der Außendurchmesser ist in zwei Sekunden genommen und grenzt die Auswahl sofort stark ein. Die Blattdicke messen Sie von der Dichtfläche bis zur Rückseite des Flanschblatts – eine vorstehende Dichtleiste ist darin enthalten und wird nicht dazugerechnet. Die Lochzahl zählen Sie ab; sie ist das einzige Merkmal ohne Toleranz und trennt deshalb Größen, die sich in allen anderen Maßen gleichen. Der Lochkreis wird von Mittelpunkt zu Mittelpunkt zweier gegenüberliegender Löcher gegriffen.
Sie müssen nicht alle vier eintragen. Je weniger Sie eingeben, desto mehr Kandidaten bleiben stehen – die Seite sagt Ihnen dann, welches Maß die Entscheidung bringen würde.
Messwerte eintragen
Warum mehrere Größen passen können
Mehrere Kandidaten sind ein Ergebnis, kein Fehler. Zwei Ursachen kommen zusammen.
Die Toleranzbänder überlappen sich. Bei DN 50 darf eine mit 18 mm angegebene Blattdicke 19,0 mm messen und eine mit 20 mm angegebene 18,5 mm. Wer 18,7 mm misst, hat zwei Kandidaten. Eine Rangfolge nach dem Abstand zum Nennmaß wäre eine Scheingenauigkeit – sie würde Messfehler sortieren, nicht Größen unterscheiden.
Manche Flansche sind schlicht baugleich. Von DN 10 bis DN 40 sind PN 10, 16, 25 und 40 maßlich identisch, von DN 50 bis DN 150 sind PN 10 und PN 16 identisch. Solche Größen fasst die Suche zu einer Antwort zusammen und nennt die Druckstufen nebeneinander. Welche davon Ihr Teil trägt, steht in der Kennzeichnung – wie Sie die Kennzeichnung auf Flanschen und Rohren lesen, steht auf einer eigenen Seite.
Warum die Lochzahl den Ausschlag gibt
Die Lochzahl ist kein Maß, sondern ein abzählbares Merkmal: sie ist 8 oder 12, nichts dazwischen. Die Norm gibt ihr folgerichtig kein Grenzabmaß. Genau deshalb trennt sie dort, wo alle anderen Maße gleich aussehen: bei DN 200 unterscheiden sich PN 10 und PN 16 im Außendurchmesser kaum, in der Lochzahl aber deutlich – acht gegen zwölf. Wer die Löcher zählt, spart sich das Nachmessen.
Wenn keine Größe passt
Dann sind zwei Dinge möglich, und beide kommen in der Praxis vor.
Das Teil folgt einer anderen Norm. In Bestandsanlagen stecken zurückgezogene DIN-Normen, Werksnormen und – besonders häufig bei Anlagen aus Projektgeschäft – ASME B16.5. Ein Zollflansch sieht einem metrischen zum Verwechseln ähnlich und passt trotzdem nicht: DIN EN 1092-1 gegen ASME B16.5 im Vergleich.
Oder ein Maß ist anders gemessen, als die Norm es meint. Der Klassiker ist die Blattdicke: Wer die Dichtleiste dazurechnet, landet systematisch zu hoch und findet nichts. Der zweithäufigste Fall ist der Lochkreis, wenn er über zwei benachbarte statt zwei gegenüberliegende Löcher genommen wird.
Wenn das Teil trotzdem unklar bleibt
Diese Seite rechnet Maße gegen die Norm – mehr nicht. Sie sagt nichts über Werkstoff, Kennzeichnung, Oberflächenbeschaffenheit oder Bescheinigungen, und aus ihrem Ergebnis folgt keine Aussage über die Verwendbarkeit Ihres Bauteils.
Wenn Sie eine Aussage zum ganzen Teil brauchen, sehen wir es uns an. Wir handeln seit 1922 mit Rohrleitungsmaterial und haben Altteile aus Anlagen jeder Baujahre auf dem Tisch gehabt: schicken Sie Fotos, Messwerte, die Stempelung und – falls vorhanden – das Werkszeugnis. Wir bestimmen Produkttyp, Norm, DN, PN und Werkstoff, nennen das ungefähre Baujahr und sagen Ihnen, was heute an seine Stelle tritt.
Weiter mit einem Menschen
Zwei Wege, je nachdem, was Sie in der Hand haben.
Service
Teile-Identifikation
Teil unbekannt, Zeichnung fehlt, Lieferant nicht mehr am Markt: Wir bestimmen es anhand von Fotos, Maßen und Stempelung und nennen die heutige Entsprechung.
Service
Werkszeugnis-Recherche
Zeugnis verloren, Teil über Zickwolff bezogen? Wir suchen es über Auftrag oder Schmelzennummer heraus.
Häufige Fragen
Warum passen zu meinen Messwerten mehrere Größen?
Weil die Bereiche, die die Norm für benachbarte Größen zulässt, sich überlappen. Ein gemessener Flansch trifft das Nennmaß so gut wie nie. Wer bei DN 50 eine Blattdicke von 18,7 mm misst, hat zwei Kandidaten – das lässt sich nicht wegrechnen. Mehrere Kandidaten sind deshalb ein Ergebnis und kein Fehler.
Warum steht bei manchen Ergebnissen mehr als eine Druckstufe?
Weil diese Flansche maßlich identisch sind. Von DN 10 bis DN 40 sind PN 10, 16, 25 und 40 baugleich, von DN 50 bis DN 150 sind PN 10 und PN 16 baugleich. Welche Druckstufe Ihr Teil trägt, steht dann in der Kennzeichnung, nicht in den Maßen.
Welche Maße soll ich messen?
Außendurchmesser, Blattdicke, Lochzahl und Lochkreis. Diese vier zusammen machen jeden Flansch der Druckstufen PN 6 bis PN 40 eindeutig. Schon Außendurchmesser und Lochzahl grenzen die Auswahl stark ein; die Lochzahl trennt Druckstufen, die sich in allen anderen Maßen gleichen.
Was bedeutet es, wenn keine Größe passt?
Zwei Dinge sind möglich, und beide kommen vor: Das Teil folgt einer anderen Norm – etwa ASME B16.5, einer zurückgezogenen DIN-Norm oder einer Werksnorm. Oder ein Maß ist anders gemessen, als die Norm es meint. Der häufigste Fall ist die Blattdicke: gemessen wird bis zur Rückseite des Blatts, eine vorstehende Dichtleiste ist darin bereits enthalten.
Weiter im Wissensbereich
- Norm-Check: einen Messwert einordnen – die Größe steht fest, und Sie wollen wissen, wo ein einzelnes Maß gegenüber den Grenzmaßen der Norm liegt.
- Flanschmaße PN 6 bis PN 40 – die vollständigen Anschlussmaße zum Nachschlagen.
- Vorschweißflansch Typ 11 und Blindflansch Typ 05 – Maße je Größe mit bemaßter Zeichnung und Grenzabmaßen.
- Flanschtypen international – welche ASME-Bauform welchem EN-Typ entspricht.
- Kennzeichnung lesen – was Stempelung und Schmelzennummer verraten.