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Norm-Ratgeber · Alte DIN → heute

DIN 2605, 2615, 2616 und 2617: was heute gilt (EN 10253, Typ A/B)

Bei den Schweißfittings folgten die alten DIN-Normen einem gemeinsamen Muster: Teil 1 = verminderter, Teil 2 = voller Ausnutzungsgrad. Genau diese Logik heißt heute Typ A und Typ B der EN 10253. Diese Seite zeigt die Zuordnung – inklusive der Sonderregel der DIN 2616, um die sich im Markt zwei halbrichtige Erklärungen ranken.

Status
alte DIN ersetzt/abgelöst
Belegquelle
„Ersatz für“-Vermerke der Nationalen Vorworte
Übersicht
alle Ablösungen: Seite Normen verstehen
Stand
Juli 2026

Die kurze Antwort

Bogen DIN 2605, T-Stücke DIN 2615 und Reduzierstücke DIN 2616 wurden durch die EN 10253-2 (C-Stahl unter DGRL) bzw. -4 (Edelstahl) ersetzt: Teil 1 → Typ A (verminderter Ausnutzungsgrad), Teil 2 → Typ B (voller Ausnutzungsgrad). Kappen: DIN 2617 → EN-10253-Normenreihe.

Norm-Zuordnung alt zu neu
Alte NormGegenstandHeute giltHinweis
DIN 2605-1Rohrbogen, verminderter AusnutzungsgradEN 10253-2 Typ ATyp A: i. d. R. Wanddicke wie Rohr
DIN 2605-2Rohrbogen, voller AusnutzungsgradEN 10253-2 Typ BTyp B: verstärkte Wanddicke
DIN 2615-1T-Stücke, verminderter AusnutzungsgradEN 10253-2 Typ A
DIN 2615-2T-Stücke, voller AusnutzungsgradEN 10253-2 Typ B
DIN 2616-1Reduzierstücke, verminderter Ausnutzungsgrad (nur exzentrisch)EN 10253-2 Typ Agab es nur exzentrisch
DIN 2616-2Reduzierstücke, voller Ausnutzungsgrad (konzentrisch und exzentrisch)EN 10253-2 Typ Bkonzentrisch und exzentrisch
DIN 2617Kappen (Böden für Rohrleitungen)EN 10253-Normenreihe (Typ B)Edelstahl heute EN 10253-4
DIN 2618Sattelstutzenzurückgezogen, kein EN-NachfolgerLieferung nach Herstellermaßen

Der Sonderfall DIN 2616 – zwei halbrichtige Lesarten

Bei den Reduzierstücken kursieren zwei Erklärungen: „Teil 1 = Typ A“ und „Teil 1 = exzentrisch“. Beide stimmen – und keine allein: Teil 1 (verminderter Ausnutzungsgrad) existierte nur für exzentrische Reduzierungen; konzentrisch gab es unter der DIN ausschließlich in Teil 2 (voller Ausnutzungsgrad, konzentrisch UND exzentrisch). Ein „konzentrisch-vermindert“ existierte im DIN-System schlicht nicht – erst die EN 10253 bietet beide Bauformen in beiden Typen an.

Praktisch merken: Formstücke des Typs A besitzen an Schweißenden und Körper grundsätzlich die gleiche festgelegte Wanddicke wie das zugehörige Rohr – ihre Innendruckfestigkeit kann jedoch geringer sein als die eines geraden Rohres (verminderter Ausnutzungsgrad). Typ B ist im Formstückkörper dicker ausgeführt und für die gleiche Innendruckfestigkeit wie das gerade Rohr ausgelegt – typische Einsatzfelder sind z. B. Kraftwerk und Petrochemie. Vertiefungen: Rohrbogen, T-Stücke, Reduzierstücke und Klöpperböden & Kappen.

Häufige Fragen

Was bedeutet Typ A und Typ B bei Formstücken nach EN 10253?

Formstücke des Typs A besitzen an den Schweißenden und am Formstückkörper grundsätzlich die gleiche festgelegte Wanddicke wie das zugehörige Rohr; ihre Innendruckfestigkeit kann jedoch geringer sein als die eines geraden Rohres (verminderter Ausnutzungsgrad). Formstücke des Typs B besitzen im Formstückkörper eine erhöhte Wanddicke und sind für die gleiche Innendruckfestigkeit wie das entsprechende gerade Rohr ausgelegt. Typ A ist die im Handel übliche Standardausführung; Typ B kommt v. a. bei höheren Anforderungen wie in Kraftwerk und Petrochemie zum Einsatz.

Mein Shop-Text nennt DIN 2616-1 „exzentrisch“ – ist das falsch?

Nicht ganz: Teil 1 der DIN 2616 gab es tatsächlich nur exzentrisch – insofern trifft die Angabe zu. Systematisch bezeichnete die Teilung aber den Ausnutzungsgrad (Teil 1 vermindert, Teil 2 voll), und konzentrische Reduzierungen existierten nur in Teil 2. Wer heute bestellt, nennt am besten Bauform (konzentrisch/exzentrisch) und EN-Typ (A/B) getrennt – dann ist die Angabe eindeutig.

Gibt es Sattelstutzen nach DIN 2618 noch?

Die DIN 2618 wurde ersatzlos zurückgezogen – einen EN-Nachfolger gibt es nicht. Sattelstutzen werden weiterhin gefertigt und geliefert, dann aber nach Herstellermaßblättern. Bei Anfragen deshalb neben der Nennweite die gewünschten Maße oder das Referenz-Maßblatt angeben.

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Fachliche Grundlage: Nationale Vorworte der jeweiligen DIN-EN-Normen (Ersatzvermerke und Frühere Ausgaben), BDS-Fachliteratur, Hersteller- und Händlerkataloge; Zuordnungen am Normtext geprüft. Werteauswahl nach unserem Liefer- und Lagerprogramm; die Übersicht ersetzt nicht den Normtext. Angaben ohne Gewähr – maßgeblich sind stets die aktuellen Normtexte und die technischen Unterlagen der Hersteller. Redaktionell geprüft: Juli 2026. Berücksichtigter Normen- und Herstellerstand: Juli 2026.