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Norm-Ratgeber · Reduzierstücke

Reduzierstücke: konzentrisch oder exzentrisch, FOT/FOB und Normen

Ein Reduzierstück (auch: Reduzierung) ist ein Formstück zum Einschweißen, das zwei Rohrleitungen unterschiedlicher Nennweite verbindet. Diese Seite erklärt die konzentrische und die exzentrische Bauform, die Einbaulagen FOT und FOB – und ordnet die Normen EN 10253 und DIN 2616 ein.

Norm
EN 10253-2 / -4
Löst ab
DIN 2616
Bauformen
konzentrisch / exzentrisch
Faustregel
max. 2–3 Nennweitenstufen

Was ist ein Reduzierstück?

Ein Reduzierstück (auch: Reduzierung) ist ein Formstück zum Einschweißen, das zwei Rohrleitungen unterschiedlicher Nennweite verbindet. Branchenübliche Faustregel: maximal zwei bis drei Nennweitenstufen pro Bauteil; größere Sprünge werden durch Hintereinanderschalten mehrerer Reduzierstücke gelöst.

Bauformen

Konzentrisch oder exzentrisch?

  • Konzentrisch: kegelförmig, beide Rohrachsen fluchten. Standard für senkrechte Leitungen und überall dort, wo die Mittelachse durchlaufen soll.
  • Exzentrisch: die Reduzierung liegt einseitig, eine Mantellinie bleibt gerade. Standard für waagerechte Leitungen, denn die gerade Seite lässt sich gezielt oben oder unten anordnen:
    • Gerade Seite oben (FOT, „flat on top“): an Pumpen-Saugleitungen – verhindert, dass sich oben eine Gas-/Dampfblase sammelt (Kavitationsschutz).
    • Gerade Seite unten (FOB, „flat on bottom“): auf Rohrbrücken und in Entleerungsleitungen – Leitung liegt satt auf der Auflage und entwässert restlos, keine Ablagerungssümpfe.
Reduzierstück konzentrischD1D2LReduzierstück konzentrischgemeinsame Achse · stehende Leitungen
Konzentrisch: kegelförmig, beide Rohrachsen fluchten – Standard für senkrechte Leitungen.
Reduzierstück exzentrischD1D2LReduzierstück exzentrischbündige Mantellinie (FOB/FOT) · liegende Leitungen
Exzentrisch: die gerade Mantellinie wird gezielt oben (FOT, Kavitationsschutz an Pumpen-Saugleitungen) oder unten (FOB, Auflage und Entleerung) angeordnet.

Häufiger Montagefehler: exzentrische Reduzierstücke falsch herum eingebaut. Saugleitung braucht FOT, Entwässerung FOB – Vertauschen führt zu Kavitation bzw. stehenden Restmengen.

Die Baulänge L ist bei konzentrischer und exzentrischer Ausführung gleicher Abmessung identisch.

Alte Norm → neue Norm

Normen: von DIN 2616 zu EN 10253

Reduzierstücke aus Stahl sind heute in EN 10253-2 genormt (Typ A = verminderter, Typ B = voller Ausnutzungsgrad; Handelsware bei Reduzierungen ist häufig Typ B), aus Edelstahl in EN 10253-4 (z. B. 1.4541/1.4571, nahtlos oder geschweißt). Vorgängernorm war die DIN 2616. Was der Ausnutzungsgrad bedeutet, erklärt die Wissensseite Rohrbogen im Abschnitt „Typ A und Typ B“; das Schwesterformstück derselben Normfamilie erklärt die Seite T-Stücke.

DIN 2616 Teil 1 und Teil 2: was stand worin?

Die beiden Teile der alten DIN 2616 waren – anders als oft wiedergegeben – nicht einfach nach Bauform getrennt:

  • DIN 2616 Teil 1 stand für den verminderten Ausnutzungsgrad und enthielt ausschließlich exzentrische Reduzierstücke – er entspricht dem heutigen Typ A der EN 10253-2.
  • DIN 2616 Teil 2 stand für den vollen Ausnutzungsgrad und enthielt konzentrische und exzentrische Reduzierstücke – das heutige Typ B.

Eine konzentrische Ausführung mit vermindertem Ausnutzungsgrad gab es unter der DIN 2616 also nicht. Die beiden im Markt kursierenden Kurzformeln – „Teil 1/Teil 2 = Ausnutzungsgrad“ einerseits, „Teil 1 = exzentrisch, Teil 2 = konzentrisch“ andererseits – greifen deshalb jeweils nur die halbe Wahrheit auf: Die Teilung folgte dem Ausnutzungsgrad, konzentrische Reduzierstücke kamen aber nur in Teil 2 vor.

Toleranzen

Toleranzen (Kurzüberblick EN 10253)

Durchfluss mindestens 80 % des theoretischen Innendurchmessers; Wanddicken-Minustoleranz −12,5 %; Längentoleranzen der Baumaße je nach Durchmesser ±2 bis ±5 mm. Ab 3,2 mm Wanddicke Schweißfase (30°, Stegkante 1,6 ± 0,8 mm). Kennzeichnung bei Reduzierstücken immer mit beiden Enden: D und T sowie D1 und T1.

DIN EN ↔ ASME

DIN EN ↔ ASME

ASME B16.9 normt Concentric und Eccentric Reducer mit zölligen Baulängen (z. B. 8″-Reduzierstück: L = 152,4 mm). Die EN-Baulängen sind bei zölligen Nennweiten praktisch identisch (152 mm); die EN ergänzt metrische Größen. Werkstoff-Pendants wie bei allen Stumpfschweißformteilen: A234 WPB ↔ P235GH, A403 WP316Ti ↔ 1.4571. Auf US-Zeichnungen sind die Kürzel FOT/FOB üblich – im deutschen Markt entspricht das „gerade Seite oben/unten“.

Häufige Fragen zu Reduzierstücken

Was bedeutet DIN EN 10253-1 bei Reduzierstücken?

Teil 1 steht für unlegierten Stahl ohne besondere Prüfanforderungen; Standard im Anlagenbau ist Teil 2. Zusätzlich sind konzentrisch oder exzentrisch, beide Anschlussmaße und die Wanddicken anzugeben.

Wie ist ein Reduzierstück aus P235GH einzuordnen?

P235GH ist unlegierter Druckrohrstahl; Normteil, Lieferzustand und Prüfung müssen zu beiden Anschlussrohren passen.

Was bedeutet das Fehlerbild „falsche Bauformwahl“?

Eine nicht zur Einbausituation passende Geometrie – mögliche Folgen sind Montageprobleme, ungünstige Taschenbildung oder eine nicht vorgesehene Strömungsführung.

Passendes Reduzierstück direkt finden

Sie kennen bereits Bauform, Abmessungen und Werkstoff? Im Zickwolff-Sortiment finden Sie Reduzierungen für Stahl- und Edelstahlleitungen direkt.

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Fachliche Grundlage: DIN EN 10253-2 und -4 (früher DIN 2616), ASME B16.9. Angaben ohne Gewähr – maßgeblich sind stets die aktuellen Normtexte und die technischen Datenblätter des Herstellers.