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Faustregel · trifft zu

Übergänge sind immer möglich – was beim Wechsel zwischen Systemen zu prüfen ist

Übergänge sind immer möglich.

Eine Faustregel ersetzt weder die Auslegung noch die gültige Norm.

Einordnung
robuste Regel
Normbezug
Übergangsteile der Herstellerprogramme, ISO 7-1 / ISO 228-1, EN 1092-1, DIN 1988-200 (Fließregel) und Erfahrungswert Zickwolff (Klasse E, 24.09.2026)

Merksatz

Zwischen zwei Systemen – Kupfer, Edelstahl, Stahl, Verbundrohr, Bestand – gibt es immer einen Übergang; im Zweifel über eine Gewindeverbindung oder einen Flansch. Was zu prüfen ist: Werkstoffreihenfolge, Dichtelement, Kontur – und ob das Bestandsrohr ein freigegebenes Rohr ist.

Woher kommt die Regel?

Aus Reparatur und Sanierung. Kein Betrieb baut eine Anlage zweimal aus einem System; irgendwo stößt Neues auf Bestand, Kupfer auf Stahl, Verbundrohr auf Edelstahl. Die Sorge, zwei Systeme ließen sich nicht verbinden, ist unbegründet – jedes Presssystem führt Übergangsstücke mit Innen- und Außengewinde, jedes Stahlrohrsystem Flanschübergänge, und Gewinde und Flansch sind die gemeinsame Sprache aller Rohrleitungswelten.

Was ist technisch richtig?

Übergänge gibt es auf drei Ebenen. Innerhalb einer Konturfamilie direkt mit dem Systemübergang (etwa Edelstahl-Press auf C-Stahl-Press desselben Herstellers). Zwischen Konturfamilien und Verfahren über Gewinde nach ISO 7 / ISO 228 (Presssystem mit Gewindeübergang auf Tempergussfitting, Edelstahl-Gewindefitting oder Stecksystem-Adapter). Bei großen Dimensionen und in der Industrie über den Flansch (Megapress-Flanschübergang, Victaulic-Flanschadapter, Vorschweißflansch am Bestandsrohr). Was dabei zu prüfen ist: die Fließregel im Trinkwasser (erst unedel, dann edel – ein Rotguss- oder Siliziumbronze-Übergang trennt an der kritischen Stelle), das Dichtelement des neuen Systems gegen das Medium, die Kontur des neuen Systems gegen das vorhandene Werkzeug, und ob das Bestandsrohr in Werkstoff, Außendurchmesser und Wanddicke ein Rohr ist, das der Hersteller für sein System freigibt (Rohr-Maßtabellen).

Wo endet die Regel?

  • Sie sagt „möglich“, nicht „beliebig“: Die Fließregel kann die Reihenfolge erzwingen, das Medium das Dichtelement, die Zulassung das Verfahren (Trinkwasser nie über Stahlrohr-Presssysteme).
  • Jeder Übergang ist eine Fügestelle mehr – mit Zeta-Wert, Montagezeit und Prüfaufwand. Gewindeverbindungen müssen von Hand geprüft werden, weil die zentrale Dichtheitsprüfung sie nicht sicher findet.
  • Ein Bestandsrohr, das der Hersteller nicht freigibt (falscher Werkstoff, unzulässige Wanddicke, beschädigte Oberfläche), bekommt keinen Pressübergang – dann Flansch oder Gewinde am Bestandsende.
  • Im Gas gelten die Übergänge der Gassysteme (HNBR) und die Regeln der DVGW-TRGI; dort keine improvisierten Übergänge.

Was sagt die Norm?

Gewinde nach ISO 7-1 (Rp/R, im Gewinde dichtend) und ISO 228-1 (G, nicht im Gewinde dichtend), Flansche nach EN 1092-1, Fließregel nach DIN 1988-200, Werkstoffpaarungen nach DIN EN 12502. Welche Übergangsteile ein System führt und auf welche Rohre es verpresst werden darf, ist Herstellerangabe (Gebrauchsanleitung, Rohrübersicht).

DIN/EN versus ASME/ASTM

In der ASME-Welt läuft der Übergang über NPT-Gewinde (ASME B1.20.1) und Class-Flansche (ASME B16.5); NPT und Whitworth-Gewinde lassen sich zwei Gänge weit schrauben und dichten dann nicht – ein Übergang zwischen den Normwelten braucht ein Übergangsstück mit beiden Gewinden oder einen Flansch mit passendem Lochbild.

Praxisbeispiel

Sanierung: Ein verzinkter Stahlstrang DN 25 aus dem Bestand soll an eine neue Edelstahl-Pressleitung 28 mm angeschlossen werden. Am Bestandsende ein Gewindeübergang (Rp 1 auf Press 28) aus Rotguss – er trennt zugleich nach der Fließregel, weil der verzinkte Stahl in Fließrichtung vor dem Edelstahl liegt. Das Bestandsrohr wird nicht verpresst, sondern am vorhandenen Gewinde angeschlossen. Ein Übergang, eine Prüfung von Hand, fertig.

Zickwolff-Bezug

Erfahrungswert aus Reparatur und Sanierung (Martin, 24.09.2026): „Der Übergang zwischen Systemen ist immer herstellbar – im Zweifel über eine Gewindeverbindung.“ Zickwolff führt die Übergangsteile der Presssysteme neben Tempergussfittings, Edelstahl-Gewindefittings, Flanschen und Dichtungen – die Teile für den Übergang kommen aus einem Lager.

Heute überprüft

Ampel: trifft zu (Klasse A). Ein Übergang ist technisch immer herstellbar; die Bedingungen (Fließregel, Dichtelement, Kontur, Rohrfreigabe) sind Prüfschritte, keine Ausnahmen. Die Regel ersetzt nicht die Gebrauchsanleitung des Systems.

Weiterführende Links

Häufige Fragen

Kann ich Kupfer-Press direkt an Edelstahl-Press anschließen?

Ja – über den Gewindeübergang beider Systeme oder, beim selben Hersteller, über das Übergangsstück; im Trinkwasser die Fließregel beachten.

Darf ich ein Bestandsrohr verpressen?

Nur, wenn der Hersteller Werkstoff, Außendurchmesser und Wanddicke für sein System freigibt (Rohrübersicht, Rohr-Maßtabellen). Sonst am Gewinde oder Flansch des Bestands anschließen.

Was ist die sicherste Übergangsart?

Die, die beide Seiten kennen: Gewinde nach ISO 7 bis DN 50, Flansch darüber. Beide sind von Hand zu prüfen.

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