Zum Hauptinhalt springen

Ein Service der Otto Zickwolff GmbH

Zum Shop →

Norm-Ratgeber · Tempergussfittings

Tempergussfittings: Norm EN 10242, Gewinde nach EN 10226-1 und Auswahl

Tempergussfittings sind Gewindefittings aus wärmebehandeltem („getempertem“) Gusseisen – der Klassiker unter den lösbaren Rohrverbindungen für Gas, Wasser, Heizung und Druckluft. Diese Seite ordnet die Normen EN 10242 und DIN 2950 ein, erklärt Werkstoff, Gewinde und Gewindeabdichtung – und zeigt die gängigsten GF-Typ-Nummern mit ihren EN-Kurzzeichen.

Norm
EN 10242
Löst ab
DIN 2950
Gewinde
R / Rp (EN 10226-1)
Betriebsdruck
bis 25 bar
GF-Tempergussfittings in verzinkter und schwarzer Ausführung: Muffen, T-Stücke, Bogen, Kreuzstücke und Verschraubungen mit eingegossenem +GF+-Zeichen
GF-Tempergussfittings in beiden Oberflächen: verzinkt (Zn) und schwarz (Fe). Bild: Georg Fischer

Zickwolff-Vorteil

Umfangreichster GF-Temperguss-Lagervorrat im deutschsprachigen Raum

Zickwolff ist autorisierter Vertragshändler von Georg Fischer (GF) und führt den umfangreichsten GF-Temperguss-Lagervorrat im deutschsprachigen Raum – auch für Instandhaltungsfälle in Altanlagen.

Was sind Tempergussfittings?

Tempergussfittings sind Gewindefittings aus wärmebehandeltem („getempertem“) Gusseisen. Der Werkstoff kombiniert die gute Vergießbarkeit von Gusseisen mit stahlähnlicher Zähigkeit: komplexe Formstücke, die trotzdem hohe mechanische Beanspruchung vertragen. Weil Bauteile und Gewinde durchgängig genormt sind, bleibt jede Installation über Jahrzehnte erweiterbar – Ersatzteile sind faktisch unbegrenzt verfügbar. Genau das macht Temperguss auch für die Instandhaltung von Altanlagen relevant.

Verzinkter Temperguss-Bogen 90° mit Innengewinde und eingegossenem +GF+-Markenzeichen
Bogen 90° (Typ 2) mit eingegossenem +GF+-Zeichen – am Markenzeichen erkennen Sie das Original. Bild: Georg Fischer
Alte Norm → neue Norm

Normen: EN 10242 löst DIN 2950 ab

Produktnorm ist die EN 10242 (verwandt: ISO 49). Sie hat die nationalen Normen – in Deutschland die DIN 2950 – abgelöst; wer alte Stücklisten oder Bestandsanlagen mit DIN-2950-Bezeichnungen hat, findet in EN 10242 die Nachfolgesystematik (Sonderfall Großbritannien: BS 143 & 1256 gilt als Restnorm teilweise weiter). Werkstoffnorm ist die EN 1562.

Normbezeichnung lesen (Beispiel): Winkel EN 10242 – A1 – ½ – Zn – A = Formstückart / Produktnorm / Kurzzeichen des Fittingtyps / Gewindegröße / Oberfläche (Fe = schwarz, Zn = verzinkt) / Gewindeausführung. Daneben nutzen Hersteller Typ-Nummern (GF: Typ 1 Bogen, 90, 130, 340 … bis 933a) – im Handel sind die Typ-Nummern die gängige Bestellsprache, die EN-Kurzzeichen die Ausschreibungssprache.

Typenübersicht

Gängige GF-Typ-Nummern (Auswahl)

Gängige GF-Tempergussfitting-Typen mit EN-10242-Kurzzeichen (Auswahl aus dem GF-Katalog)
Typ-Nr.BezeichnungISO/EN-Kurzzeichen
40Bogen 45°, langG4/45°
90Winkel 90°, egalA1
92Winkel 90°, egalA4
120Winkel 45°A1/45°
130T-Stück, egalB1
180Kreuz, egalC1
240Muffe, reduziertM2
241ReduziernippelN4
270MuffeM2
280DoppelnippelN8
290Stopfen mit RandT9
300KappeT1
310GegenmutterP4
330Verschraubung, flach dichtendU1
340Verschraubung, kegelig dichtendU11
529aMuffe mit Innen- und AussengewindeM4
Sortimentsübersicht GF-Tempergussfittings: Produktfotos aller gängigen Typen von Typ 1 (Bogen 90°) bis Typ 933a, jeweils mit GF-Typ-Nummer
Sortimentsübersicht mit GF-Typ-Nummern – vom Bogen Typ 1 bis zum Anschweißwinkel Typ 933a. Bild: Georg Fischer
Werkstoff

Werkstoff: weißer Temperguss

GF fertigt aus weißem Temperguss EN-GJMW-400-5 nach EN 1562 (Zugfestigkeit 400 N/mm², Bruchdehnung 5 %). Weitere Normsorten: EN-GJMB-350-10 (schwarzer Temperguss), EN-GJMW-350-4. Der Rohguss ist hart und spröde; erst die Temperung (Glühbehandlung) erzeugt das zähe, bearbeitbare Endgefüge. Wichtig für die Praxis: Temperguss ist kein Schweißwerkstoff wie Stahl – höhere Temperaturen verändern das Gefüge; Verbindungen entstehen über Gewinde, nicht über Naht. Mehr zur Werkstoffgruppe Guss auf der Werkstoffseite.

Gewinde

Gewinde: das meistverwechselte Thema

Standard bei Temperguss

EN 10226-1 – dichtend im Gewinde

Kegeliges Außengewinde R auf zylindrisches Innengewinde Rp (bzw. kegeliges Innengewinde Rc nach Teil 2) – die metallische Dichtpressung entsteht im Gewinde selbst.

Nicht verwechseln

EN ISO 228-1 – G-Gewinde

Zylindrisch, nicht im Gewinde dichtend – Abdichtung über Dichtring an einer Bundfläche.

  • NPT (nordamerikanisch): eigener Kegelwinkel/Flankenprofil, nicht kompatibel mit R/Rp trotz ähnlicher Optik.
  • GF-Merkmale: verstärkte, frei auslaufende, korrosionshemmende Innengewinde; hohe Winkel- und Maßgenauigkeit (präzise Leitungsführung, hoher metallischer Dichtdruck).

Häufigster Fehler: NPT, G und Rp/Rc mischen – sieht passend aus, wird aber nie dauerhaft dicht.

Die zugehörigen Gewinderohre nach EN 10255 (früher DIN 2440/2441) erklärt die Wissensseite Rohre.

Abdichtung

Gewindeabdichtung

  • Hanf + Dichtpaste: bewährt für R/Rp-Metallgewinde; Dichtmittel nach EN 751. Fehler: zu viel Hanf, Verunreinigung; bei Sauerstoff ungeeignet.
  • PTFE-Band: richtige Wickelrichtung (gegen Einschraubrichtung) und Menge entscheidend; Fehler: Bandreste im System, falsche Wickelrichtung.
  • Anaerobe Dichtmittel: härten unter Luftabschluss zwischen Metallflächen; Grenzen bei inaktiven Werkstoffen (z. B. Edelstahl ohne Aktivator) und großen Spalten.
  • Auswahl immer nach Medium, Temperatur und Zulassung (Gas: nur zugelassene Dichtmittel).
Oberfläche

Oberflächen: schwarz oder verzinkt?

  • Schwarz (Fe): technischer Anwendungsbereich – Gas, Heizung, Druckluft, geschlossene Systeme.
  • Schmelztauchverzinkt (Zn): nach EN 10242; GF verwendet hochreines Hüttenzink → Trinkwassereignung (DVGW-zertifiziert). Verzinkte Ausführung für Kaltwasser-/Trinkwasserinstallation; galvanische Verzinkung ist dagegen nur ein dünner Schutzüberzug (Abgrenzung wichtig).
Einsatzgrenzen

Einsatzgrenzen und Zulassungen

Standardsortiment nach EN 10242 für Flüssigkeiten und Gase bis 25 bar Betriebsdruck; typische Medien laut GF-Katalog: Trinkwasser bis 60 °C, Systemwässer bis 130 °C, Erd-/Stadt-/Flüssiggas, Druckluft (geölt und ungeölt). Für höhere Drücke gibt es speziell druckgeprüfte Fittings (Berstdruck-geprüft, 100 bar Prüfdruck, gelbe Kennzeichnung). Zulassungen: DVGW/ÖVGW/SVGW-Zertifikate, FM-zertifiziertes Sortiment für Feuerlösch-/Sprinkleranlagen, CPR/RoHS/PED-Konformität, Werkszeugnisse verfügbar.

Häufige Fehler

Häufige Fehler in der Praxis

  1. NPT-, G- und R/Rp-Gewinde mischen.
  2. Nur nach Nennweite/Kurzbezeichnung bestellen statt Typ-Nr. + Norm + Oberfläche + Gewindeausführung.
  3. Zu viel Hanf oder PTFE-Bandreste im System; Hanf bei Sauerstoff.
  4. Schwarze Fittings in der Trinkwasserinstallation.
  5. Temperguss schweißen wollen (Gefügeveränderung).
  6. Galvanisch verzinkt mit schmelztauchverzinkt verwechseln.
  7. Standardfittings über 25 bar einsetzen statt druckgeprüfter Ausführung (gelbe Kennzeichnung).

Häufige Fragen zu Tempergussfittings und Gewindeverbindungen

Wie dichtet ein Rohrgewinde nach DIN EN 10226-1?

Kegeliges Außengewinde R auf zylindrisches Innengewinde Rp (bzw. kegeliges Innengewinde Rc nach Teil 2) – die metallische Dichtpressung entsteht im Gewinde selbst. Das ist der Standard bei Tempergussfittings. Nicht zu verwechseln mit dem G-Gewinde nach EN ISO 228-1: zylindrisch, nicht im Gewinde dichtend, Abdichtung über Dichtring an einer Bundfläche.

Passen NPT-Fittings auf R-Gewinde?

Nein. NPT (nordamerikanisch) hat einen eigenen Kegelwinkel und ein eigenes Flankenprofil und ist trotz ähnlicher Optik nicht kompatibel mit R/Rp – sieht passend aus, wird aber nie dauerhaft dicht.

Worauf kommt es beim Abdichten mit Hanf an?

Hanf mit Dichtpaste ist bewährt für R/Rp-Metallgewinde; das Dichtmittel muss EN 751 entsprechen. Typische Fehler sind zu viel Hanf und Verunreinigung; bei Sauerstoff ist Hanf ungeeignet.

Worauf kommt es beim PTFE-Dichtband an?

Die richtige Wickelrichtung (gegen die Einschraubrichtung) und die Menge sind entscheidend. Typische Fehler: Bandreste im System und falsche Wickelrichtung. Bei Gas dürfen nur zugelassene Dichtmittel eingesetzt werden.

Wann eignen sich anaerobe Gewindedichtmittel?

Anaerobe Dichtmittel härten unter Luftabschluss zwischen Metallflächen. Grenzen bestehen bei inaktiven Werkstoffen (z. B. Edelstahl ohne Aktivator) und großen Spalten. Die Auswahl erfolgt immer nach Medium, Temperatur und Zulassung.

Was ist der Unterschied zwischen DIN 2950 und EN 10242?

Die EN 10242 ist die Produktnorm für Tempergussfittings und hat die nationalen Normen – in Deutschland die DIN 2950 – abgelöst. Wer alte Stücklisten oder Bestandsanlagen mit DIN-2950-Bezeichnungen hat, findet in EN 10242 die Nachfolgesystematik.

Was bedeutet EN-GJMW-400-5?

Weißer Temperguss nach EN 1562 mit 400 N/mm² Zugfestigkeit und 5 % Bruchdehnung – der Werkstoff, aus dem GF seine Tempergussfittings fertigt.

Sind verzinkte Tempergussfittings trinkwassergeeignet?

GF-Fittings sind schmelztauchverzinkt nach EN 10242; GF verwendet hochreines Hüttenzink, daraus folgt die Trinkwassereignung (DVGW-zertifiziert). Die verzinkte Ausführung ist für die Kaltwasser-/Trinkwasserinstallation vorgesehen; galvanische Verzinkung ist dagegen nur ein dünner Schutzüberzug.

Kann man Temperguss schweißen?

Temperguss ist kein Schweißwerkstoff wie Stahl – höhere Temperaturen verändern das Gefüge. Verbindungen entstehen über Gewinde, nicht über Naht.

Was bedeutet die gelbe Kennzeichnung bei GF-Fittings?

Die gelbe Kennzeichnung steht für speziell druckgeprüfte Fittings für höhere Drücke als die 25 bar des Standardsortiments – Berstdruck-geprüft, 100 bar Prüfdruck.

GF-Tempergussfittings direkt ab Lager

Umfangreichster GF-Temperguss-Lagervorrat im deutschsprachigen Raum – Zickwolff ist autorisierter Vertragshändler von Georg Fischer.

← Zur Wissensübersicht

Fachliche Grundlage: DIN EN 10242 (früher DIN 2950), EN 1562, DIN EN 10226-1/-2, EN ISO 228-1, EN 751 sowie technische Unterlagen von Georg Fischer (GF). Angaben ohne Gewähr – maßgeblich sind stets die aktuellen Normtexte und die technischen Datenblätter des Herstellers.