Norm-Ratgeber · Geschweißte Stahlrohre
Geschweißte Stahlrohre nach DIN EN 10217-1: Maße, Gewichte und Grenzabmaße
Geschweißte Rohre für Druckbeanspruchungen bei Raumtemperatur sind in DIN EN 10217-1 geregelt. Diese Seite führt unsere Maßübersicht dazu: zu jeder Abmessung das Gewicht je Meter und die beiden Grenzabmaße, die für sie gelten – und den Weg dorthin über den Maßfinder. Es ist die größte der Rohrwelten dieser Wissensseiten: die Norm reicht vom kleinen Leitungsrohr bis in den Bereich, in dem Rohre nicht mehr gezogen, sondern aus Band gerollt und längs verschweißt werden. Die Abmessungen und Grenzabmaße dieser Übersicht gelten für elektrisch geschweißte Rohre (EW, HFW), die den Handel prägen; Rohre über etwa ⌀ 610 werden am Markt meist unterpulvergeschweißt (SAW) geliefert – dafür nennt die Norm oberhalb ⌀ 219,1 und ab 10 mm Wanddicke dieselben Grenzabmaße, darunter andere.
- Norm
- DIN EN 10217-1:2019-08
- Herstellart
- geschweißt aus Band, elektrisch (EW, HFW) – die Maßübersicht dieser Seite. → Grenzabmaße
- Außendurchmesser
- 48,3–711 mm
- Wanddicken
- 2,3–12,5 mm
Maßfinder: Außendurchmesser und Wanddicke
Wählen Sie den Außendurchmesser und die Wanddicke – die Zeichnung zeigt genau diese Abmessung, bemaßt, mit dem gerechneten Innendurchmesser. Darunter stehen alle Wanddicken, die DIN EN 10217-1 zu diesem Durchmesser führt. Voreingestellt ist ⌀ 219,1 mm, eine mittlere Größe der ersten Durchmesserreihe. Die Tabellen zu den hier geführten Abmessungen stehen weiter unten.
Die grauen Größen führt DIN EN 10217-1; unsere Maßübersicht zeigt sie zurzeit nicht.
| TWanddicke in mm | Innen-⌀lichte Weite in mm, von uns gerechnet | GewichtGewicht je Meter in kg/m | je 6 mGewicht einer Stange von 6 m in kg, von uns gerechnet | WasserinhaltLiter je Meter, von uns gerechnet | QuerschnittStahlquerschnitt in cm², von uns gerechnet | OberflächeAußenfläche in m² je Meter, von uns gerechnet | Grenzabmaß ⌀zulässige Abweichung des Außendurchmessers in mm | Grenzabmaß Tzulässige Abweichung der Wanddicke in mm |
|---|
Ohne JavaScript bleibt diese Auswahl leer – die Übersicht in den Tabellen unten steht unabhängig davon.
Zickwolff-Maßübersicht (Normbezug DIN EN 10217-1)
Eine Zeile je Abmessung, und jede Zeile trägt alles, was zu ihr gehört: Wanddicke, Gewicht je Meter und beide Grenzabmaße. Ø-Reihe ist die Durchmesserreihe der EN 10220 – sie gehört zum Außendurchmesser, nicht zur Wanddicke.
Fünf Spalten rechnen wir, die Norm führt sie nicht: den Innendurchmesser als D − 2 × T, den Wasserinhalt als lichte Querschnittsfläche mal einen Meter, den Stahlquerschnitt als Kreisringfläche, das Gewicht je 6 m als Gewicht je Meter mal 6 und die Oberfläche als Außenumfang mal einen Meter. Alle sind Nennwerte ohne eigene Toleranz – wie weit sie im Einzelfall abweichen dürfen, ergibt sich aus den Grenzabmaßen für Außendurchmesser und Wanddicke.
Normbezug der Grenzabmaße: DIN EN 10217-1, Tabelle 7 der Norm. Die Spalte je 6 m ist eine Rechenhilfe und keine Zusage über die Lieferlänge; welche Längen üblich sind, steht unter Längen.
Ganze Tabelle anzeigen · mehr als 20 Zeilen
| DAußendurchmesser in mm | Ø-ReiheDurchmesserreihe der EN 10220 | TWanddicke in mm | Innen-⌀lichte Weite in mm, von uns gerechnet | GewichtGewicht je Meter in kg/m | je 6 mGewicht einer Stange von 6 m in kg, von uns gerechnet | WasserinhaltLiter je Meter, von uns gerechnet | QuerschnittStahlquerschnitt in cm², von uns gerechnet | OberflächeAußenfläche in m² je Meter, von uns gerechnet | Grenzabmaß ⌀zulässige Abweichung des Außendurchmessers in mm | Grenzabmaß Tzulässige Abweichung der Wanddicke in mm |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 48,3 | 1 | 2,3 | 43,7 | 2,61 | 15,7 | 1,50 | 3,324 | 0,152 | ±0,500 | ±0,300 |
| 48,3 | 1 | 3,6 | 41,1 | 3,97 | 23,8 | 1,33 | 5,055 | 0,152 | ±0,500 | ±0,360 |
| 60,3 | 1 | 2,3 | 55,7 | 3,29 | 19,7 | 2,44 | 4,191 | 0,189 | ±0,603 | ±0,300 |
| 76,1 | 1 | 2,6 | 70,9 | 4,71 | 28,3 | 3,95 | 6,004 | 0,239 | ±0,761 | ±0,300 |
| 88,9 | 1 | 2,9 | 83,1 | 6,15 | 36,9 | 5,42 | 7,835 | 0,279 | ±0,889 | ±0,300 |
| 114,3 | 1 | 3,2 | 107,9 | 8,77 | 52,6 | 9,14 | 11,17 | 0,359 | ±1,14 | ±0,320 |
| 139,7 | 1 | 3,6 | 132,5 | 12,1 | 72,6 | 13,8 | 15,39 | 0,439 | ±1,40 | ±0,360 |
| 168,3 | 1 | 4 | 160,3 | 16,2 | 97,2 | 20,2 | 20,65 | 0,529 | ±1,68 | ±0,400 |
| 168,3 | 1 | 5,6 | 157,1 | 22,5 | 135,0 | 19,4 | 28,62 | 0,529 | ±1,68 | ±0,448 |
| 193,7 | 1 | 4,5 | 184,7 | 21,0 | 126,0 | 26,8 | 26,75 | 0,609 | ±1,94 | ±0,450 |
| 219,1 | 1 | 3,2 | 212,7 | 17,0 | 102,0 | 35,5 | 21,70 | 0,688 | ±2,19 | ±0,320 |
| 219,1 | 1 | 4,5 | 210,1 | 23,8 | 142,8 | 34,7 | 30,34 | 0,688 | ±2,19 | ±0,450 |
| 273 | 1 | 4 | 265,0 | 26,5 | 159,0 | 55,2 | 33,80 | 0,858 | ±2,05 | ±0,400 |
| 273 | 1 | 5 | 263,0 | 33,0 | 198,0 | 54,3 | 42,10 | 0,858 | ±2,05 | ±0,500 |
| 273 | 1 | 6,3 | 260,4 | 41,4 | 248,4 | 53,3 | 52,79 | 0,858 | ±2,05 | ±0,504 |
| 323,9 | 1 | 5 | 313,9 | 39,3 | 235,8 | 77,4 | 50,09 | 1,018 | ±2,43 | ±0,500 |
| 323,9 | 1 | 5,6 | 312,7 | 44,0 | 264,0 | 76,8 | 56,00 | 1,018 | ±2,43 | ±0,448 |
| 355,6 | 1 | 5,6 | 344,4 | 48,3 | 289,8 | 93,2 | 61,58 | 1,117 | ±2,67 | ±0,448 |
| 406,4 | 1 | 6,3 | 393,8 | 62,2 | 373,2 | 121,8 | 79,19 | 1,277 | ±3,05 | ±0,504 |
| 406,4 | 1 | 8 | 390,4 | 78,6 | 471,6 | 119,7 | 100,13 | 1,277 | ±3,05 | ±0,640 |
| 406,4 | 1 | 8,8 | 388,8 | 86,3 | 517,8 | 118,7 | 109,92 | 1,277 | ±3,05 | ±0,704 |
| 457 | 1 | 6,3 | 444,4 | 70,0 | 420,0 | 155,1 | 89,20 | 1,436 | ±3,43 | ±0,504 |
| 508 | 1 | 6,3 | 495,4 | 77,9 | 467,4 | 192,8 | 99,30 | 1,596 | ±3,81 | ±0,504 |
| 610 | 1 | 6,3 | 597,4 | 93,8 | 562,8 | 280,3 | 119,48 | 1,916 | ±4,58 | ±0,504 |
| 610 | 1 | 8 | 594,0 | 119 | 714,0 | 277,1 | 151,30 | 1,916 | ±4,58 | ±0,640 |
| 711 | 1 | 12,5 | 686,0 | 215 | 1290,0 | 369,6 | 274,30 | 2,234 | ±5,33 | ±1,00 |
Was sich seit der älteren Ausgabe geändert hat
Der Vergleich trägt für Stahlrohr, geschweißt ab DIN EN 10217-1:2005-04. Noch nicht erfasst: Ausgabe 2002-08 (nicht im Haus) und DIN 1626/1628.
DIN EN 10217-1:2005-04 → DIN EN 10217-1:2019-08
-
Systematik
Die Prüfbescheinigungen folgen jetzt der EN 10204:2004: die Güte TR1 wird mit Werkszeugnis 2.2 geliefert, die Güte TR2 wahlweise mit Werkszeugnis 2.2 oder mit Abnahmeprüfzeugnis 3.1 (Option 9: spezifische Prüfung, 3.2 auf Festlegung des Bestellers) - die Bescheinigungen 3.1.A, 3.1.B und 3.1.C der Ausgabe 2005 gibt es nicht mehr.
Ausgaben 2005-04 und 2019-08 · Nationales Vorwort, 9.1, 9.1 und 9.2.1
-
Systematik
Das kontinuierliche Schweißen (Symbol BW, in der Ausgabe 2005 nur für P195 und P235 bis D 114,3) ist aus Tabelle 1 gestrichen - es bleiben EW, HFW, SAWL und SAWH. Für Druckgeräte nach EU-Recht nennt die Norm nur noch HFW-Rohre (7.2.4).
Ausgaben 2005-04 und 2019-08 · Tabelle 1, 7.2.4
-
Grenzwert
Tabelle 7 führt für SAW-Rohre eine eigene Zeile: Außendurchmesser ± 0,75 % oder ± 6 mm (kleinerer Wert) für alle D, Wanddicke bis 10 mm ± 10 % oder ± 0,3 mm (größerer Wert), darüber ± 8 % oder ± 2 mm (kleinerer Wert) - für EW- und HFW-Rohre sind die Grenzabmaße gegenüber 2005 unverändert.
Ausgaben 2005-04 und 2019-08 · Tabelle 6, Tabelle 7
-
Wert
Die Vorzugsmaß-Tabellen sind bis auf drei Stellen unverändert: neu ist der Außendurchmesser 165,1 mit den Wanddicken 4,5 bis 5,6, und bei 762 und 813 reicht die Vorzugswanddicke jetzt bis 36 bzw. 40 mm statt 32 mm.
Beispiele: 165,1 × 4,5 · 762 × 36 · 813 × 40
Ausgaben 2005-04 und 2019-08 · Tabelle 5, Tabellen 6a und 6b
-
Wert
Für die Güten TR2 ist der Höchstgehalt an Schwefel in der Schmelzenanalyse von 0,020 % auf 0,015 % gesenkt - die übrigen Grenzwerte der Tabelle 2 und die mechanischen Eigenschaften der Tabellen 4 und 5 sind unverändert.
Beispiele: P195TR2 · P235TR2 · P265TR2
Ausgaben 2005-04 und 2019-08 · Tabelle 2, Tabellen 4 und 5
-
Grenzwert
Neu ist eine Grenztiefe für Oberflächenunvollkommenheiten: was tiefer als 5 % der Wanddicke oder 3 mm reicht (kleinerer Wert), ist durch Nacharbeit zu beseitigen - und die Sichtprüfung gilt jetzt ausdrücklich ohne besondere Ausrüstung.
Ausgaben 2005-04 und 2019-08 · 8.4.2.1 und 8.4.2.4, 8.4.2
-
Systematik
Die Anschrägung nach Option 7 (30° +5/0, Steghöhe C 1,6 ± 0,8 mm) gilt jetzt ausdrücklich für Wanddicken ab 3,2 mm - über 20 mm darf wie bisher eine andere Anschrägung vereinbart werden.
Ausgaben 2005-04 und 2019-08 · 8.6 und Bild 1
-
Systematik
Die Kennzeichnung nennt jetzt Kurzname oder Werkstoffnummer sowie den Rohrtyp EW, HFW, SAWL oder SAWH und zählt die Aufbringverfahren auf - der Kategorie-Konformitätshinweis der Ausgabe 2005 entfällt, der Anhänger statt Rohrkennzeichnung bis D 51 bleibt.
Ausgaben 2005-04 und 2019-08 · 12.1
-
Systematik
Die Prüfnormen sind aktualisiert: zerstörungsfreie Prüfung nach der Reihe EN ISO 10893 (einschließlich digitaler Durchstrahlungsprüfung), Zugversuch nach EN ISO 6892-1:2016, Ringfalt- und Aufweitversuch nach EN ISO 8492:2013 und EN ISO 8493:2004.
Ausgaben 2005-04 und 2019-08 · Nationales Vorwort, Abschnitt 11
-
Systematik
Die Optionen sind neu geordnet: Option 9 ist jetzt die spezifische Prüfung für die Güte TR2 (2005: für TR1), die frühere Option 10 zur Art der Prüfbescheinigung entfällt, die übrigen rücken auf - Oberflächenschutz ist Option 15 statt 16.
Ausgaben 2005-04 und 2019-08 · 6.2
-
unverändert
Geradheit (0,0015 L, höchstens 3 mm je Meter), Unrundheit (bis D 406,4 in den D-Grenzabmaßen enthalten, darüber höchstens 2 % bei D/T bis 100), die Grenzabmaße für Genaulängen sowie Nahtüberhöhung und Kantenversatz der SAW-Rohre sind zwischen den Ausgaben unverändert.
Ausgaben 2005-04 und 2019-08 · 8.5, 8.7.4.2 bis 8.7.4.6
Diese Angaben sagen, was die Norm geändert hat. Sie sagen nichts über Werkstoff, Druckstufe, Prüfumfang oder den Zustand eines eingebauten Teils — und nichts darüber, ob ein vorhandenes Teil weiterverwendet werden kann. Diese Beurteilung bleibt an der konkreten Anlage.
Längen: was die Norm offenlässt und was der Markt führt
DIN EN 10217-1 legt keine Länge fest. Geliefert wird in Herstelllängen, deren Bereich zur Bestellung gehört und dort vereinbart wird. Genaulängen mit eigenen Grenzabmaßen sind möglich, aber eine ausdrücklich zu vereinbarende Ausführung – nicht der Normalfall. Deshalb trägt die Zeichnung auf dieser Seite kein Längenmaß und zeigt das Rohr rechts gebrochen: die Länge ist keine Eigenschaft der Abmessung, sondern eine Frage der Bestellung.
Marktüblich sind 6 m und 12 m, teilweise bis 18 m. Das ist die Regellänge, die Handel und Werke für Rohre dieser Herstellart führen – geschweißt aus Band, elektrisch (EW, HFW), eine Angabe aus Lieferprogrammen, keine Normangabe. Wer eine bestimmte Länge braucht, nennt sie bei der Anfrage; wer eine Menge plant, rechnet mit ihr.
Die Spalte je 6 m in den Tabellen dieser Seite rechnet mit 6 m, weil das innerhalb dieser Spanne die runde Zahl ist. Sie ist eine Rechenhilfe und keine Zusage: für eine andere Länge nehmen Sie die Spalte Gewicht (kg je m) und multiplizieren selbst.
Wie Gewicht und Grenzabmaße zustande kommen
Das Gewicht je Meter ist eine Rechnung, keine Tabellenangabe: aus Außendurchmesser und Wanddicke ergibt sich die Querschnittsfläche des Rohrs, mal der Dichte des Stahls von 7,85 kg/dm³. Wir rechnen sie nach EN 10220 für jede Abmessung dieser Übersicht aus – deshalb steht in jeder Zeile eine Zahl und nirgends ein Strich.
Ein Grenzabmaß ist keine Eigenschaft der Zeile, sondern eine Angabe, die sich auf das Nennmaß bezieht. Weder beim Außendurchmesser noch bei der Wanddicke ist das Verhältnis durchgehend dasselbe – die Norm staffelt es nach der Abmessung selbst. In der Zeile steht deshalb die Zahl, die für genau diese Abmessung gilt. Wir rechnen es für jede Abmessung dieser Übersicht aus, damit in der Zeile die Zahl steht und nicht ein Prozentsatz, den man selbst noch anwenden müsste.
Die Grenzabmaße in den Zeilen sind die der elektrisch geschweißten Rohre (EW, HFW). Für unterpulvergeschweißte Rohre (SAW) führt die Norm eine eigene Zeile: beim Außendurchmesser für alle Größen ± 0,75 % oder ± 6 mm, es gilt der kleinere Wert; bei der Wanddicke bis 10 mm ± 10 % oder ± 0,3 mm (der größere Wert), über 10 mm ± 8 % oder ± 2 mm (der kleinere Wert).
Für Rohre über ⌀ 219,1 mit mehr als 10 mm Wanddicke sind beide Zeilen deckungsgleich – die Zahl in der Tabelle gilt dann für beide Verfahren. Unterschiede gibt es nur bis ⌀ 219,1 (Außendurchmesser: EW/HFW ± 1 % oder ± 0,5 mm, der größere Wert) und bei Wanddicken von 5 bis 10 mm (EW/HFW ± 8 % oder ± 2 mm, der kleinere Wert; SAW ± 10 % oder ± 0,3 mm, der größere Wert – bei 8 mm Wanddicke 0,64 gegen 0,80 mm).
Nachgerechnet wird bei jedem Neubau dieser Seite, Zeile für Zeile. Geht eine nicht auf, entsteht die Seite nicht.
So messen Sie richtig
Ein Rohr bestimmt man an zwei Maßen: Außendurchmesser D und Wanddicke T. D misst man mit dem Messschieber in zwei Richtungen rechtwinklig zueinander – der Unterschied ist die Unrundheit – und T am Rohrende. Der Innendurchmesser wird nicht gemessen, sondern gerechnet: D minus zweimal T.
Ausführung und Prüfung: was kein Maß ist
Nicht alles, was an einem Rohr stimmen muss, steht in der Maßtabelle. Wie hoch eine Schweißnaht stehen darf, wie rund der Querschnitt sein muss, wie gerade es sein muss und wie weit die Kanten gegeneinander versetzt sein dürfen – auch das gehört zur Ausführung, und bei der Eingangsprüfung entscheidet es mit darüber, ob eine Lieferung angenommen wird. Dazu kommt, was der Lieferung anzusehen ist: die Oberfläche, die Enden, die Kennzeichnung und der Schutz bis zur Baustelle.
Was am Rohr gemessen wird
- Geradheit
- höchstens 0,0015 L je Rohrlänge, bezogen auf einen Meter höchstens 3 mm
- Unrundheit – D über 406,4 und D/T bis 100
- O = (Dmax - Dmin) / D x 100 höchstens 2 %
- Schweißnahtüberhöhung – EW/HFW
- TR1: außen eben abgearbeitet · innen 1,5 · TR2: außen eben abgearbeitet · innen abgearbeitet oder 0,5 + 0,05 T
- Radialer Kantenversatz – EW/HFW
- kein Zahlenwert – nach dem Abarbeiten der Nahtüberhöhung darf die verbleibende Wanddicke die Mindestwanddicke nach Tabelle 7 nicht unterschreiten
- Radialer Kantenversatz – SAW
- T bis 12,5: höchstens 1,6 mm · T über 12,5: 0,125 T, höchstens 3,2 mm
Lieferung und Kennzeichnung
- Oberflächenbeschaffenheit
- frei von Oberflächenfehlern, die bei der Sichtprüfung ohne besondere Ausrüstung erkennbar sind · Oberfläche im für Herstellverfahren und Wärmebehandlung typischen Zustand · Unvollkommenheiten tiefer als 5 % der Wanddicke oder 3 mm (kleinerer Wert) sind durch Schleifen oder spanende Bearbeitung zu beseitigen, danach muss die Mindestwanddicke eingehalten sein · Schweißnaht frei von Rissen, Bindefehlern und unvollständiger Durchschweißung, Reparaturschweißungen bei EW und HFW nicht erlaubt
- Rohrenden
- senkrecht zur Rohrachse getrennt und frei von übermäßigen Graten · Anschrägung nur mit Option 7 für Wanddicken ab 3,2 mm: 30° +5/0 bei einer Steghöhe von 1,6 ± 0,8 mm, über 20 mm Wanddicke nach Vereinbarung
- Kennzeichnung
- dauerhaft mindestens an einem Rohrende (Stempelung, Farbe, Schablone oder Prägung): Hersteller, Rohrtyp EW, HFW, SAWL oder SAWH, EN 10217-1, Kurzname oder Werkstoffnummer · bei spezifischer Prüfung zusätzlich Schmelzen- oder Identifizierungsnummer und Kennzeichen des Abnahmebeauftragten · bis D 51 mm ersatzweise Anhänger am Bund mit Durchmesser, Wanddicke und Längenbereich · Option 14: zusätzliche Kennzeichnung
- Oberflächenschutz
- ohne Korrosionsschutz, sofern nicht Option 15 vereinbart ist (temporärer Schutz oder dauerhafte Beschichtung und/oder Auskleidung)
Die Norm liefert das Rohr ohne Korrosionsschutz, sofern nichts anderes vereinbart ist. Eine Oberflächenbearbeitung nach Kundenvorgabe – Beizen, Grundieren, Streichen – ist eine Frage der Bestellung, nicht der Abmessung.
Normbezug dieser Angaben: DIN EN 10217-1. Was hier steht, ist die Anforderung – gemessen wird sie am gelieferten Rohr, und wo eine Toleranzklasse oder eine Option ins Spiel kommt, gehört sie in die Bestellung.
Aus der Praxis: woran es beim Bestellen scheitert
Geschweißt ist nicht die schlechtere Wahl, sondern eine andere. Die EN 10217 regelt geschweißte Rohre, die EN 10216 nahtlose. Beide führen dieselben Außendurchmesser, und eine Abmessung allein sagt deshalb nicht, welches Rohr gemeint ist. Wer nur „⌀ 114,3 × 3,6“ bestellt, bekommt das, was der Lieferant für naheliegend hält.
Die Naht ist ein Merkmal, nach dem man fragen kann. Ob sie innen und außen bearbeitet ist, wie hoch sie stehen darf und ob der Kantenversatz begrenzt ist, gehört zur Ausführung und nicht zur Abmessung – bei einer Innenbeschichtung oder einem Molchlauf entscheidet das mehr als der Durchmesser.
Das Zeugnis entscheidet sich vor der Bestellung, nicht danach. Ein Abnahmeprüfzeugnis 3.1 nach EN 10204 muss mitbestellt sein – nachträglich ist es für eine bereits gelieferte Charge nicht zu bekommen. Was die Stufen bedeuten, steht auf unserer Seite Werkszeugnisse nach EN 10204.
Was diese Seite nicht sagt
- Keine Werkstoffauswahl. DIN EN 10217-1 führt unlegierte Stahlsorten für Raumtemperatur – P195TR, P235TR und P265TR, jeweils in den Prüfkategorien 1 und 2. Welche für Ihren Fall passt, entscheiden Druck, Medium und Auslegung – nicht die Abmessung. Die Werkstoffübersicht ordnet die Sorten ein.
- Keine Auslegung. Aus Durchmesser und Wanddicke folgt kein zulässiger Betriebsdruck. Die Berechnung gehört in die Anlagenplanung.
- Nur diese eine Norm. Nahtlose Rohre stehen in der EN 10216, geschweißte Rohre für erhöhte Temperaturen in der EN 10217-2 und EN 10217-5, nichtrostende in der EN 10217-7. Der Überblick dazu steht auf der Seite Stahlrohre.
Häufige Fragen
Was regelt DIN EN 10217-1?
Die Norm gilt für geschweißte Rohre aus unlegierten Stählen für Druckbeanspruchungen bei Raumtemperatur. Sie legt unter anderem die Vorzugsmaße, die Grenzabmaße und die Prüfbedingungen fest.
Wie schwer ist ein Meter Rohr?
Das Gewicht je Meter steht in dieser Übersicht für jede Abmessung. Es ist nach EN 10220 aus Außendurchmesser und Wanddicke berechnet und gilt für Stahl mit einer Dichte von 7,85 kg/dm³.
Worin unterscheidet sich das geschweißte Rohr vom nahtlosen?
Im Herstellweg: das geschweißte Rohr entsteht aus Band, das gerollt und längs verschweißt wird, das nahtlose aus einem durchbohrten Block. Für die Maßübersicht heißt das vor allem, dass die Grenzabmaße anderen Staffelungen folgen – und dass die Naht selbst ein Merkmal ist, nach dem man fragen kann.
Was bedeutet die Ø-Reihe?
Sie ist die Durchmesserreihe der EN 10220. Diese Norm ordnet die Außendurchmesser in drei Reihen; Reihe 1 sind die gängigen Größen. Die Reihe gehört zum Außendurchmesser, nicht zur Wanddicke.
Verwandte Seiten
- Stahlrohre: Bezeichnung, Normen und Auswahl: der Überblick über die Rohrfamilien, die Prüfklassen und die Werkstoffe – die Seite, von der diese hier abzweigt.
- Kesselrohre nach DIN EN 10216-2: die nahtlose Schwesterwelt für erhöhte Temperaturen – dieselben Durchmesser, anderer Herstellweg und andere Grenzabmaße.
- Werkszeugnisse nach EN 10204: welche Zeugnisstufe wann verlangt ist – und warum sie in die Bestellung gehört.
- Toleranzen und Grenzabmaße: wie Grenzabmaße gelesen werden und was sie über ein Bauteil aussagen.
Wie diese Daten entstehen. Diese Seite gibt keine Norm wieder. Sie zeigt die Maße, die man für Anfrage, Bestellung und Einbau braucht – für Größen, die wir liefern, abgeglichen mit Unterlagen von Herstellwerken und Lieferanten sowie mit unserem Sortiment. Bei jedem Wert steht, welcher Art er ist: von der Norm vorgegeben, von uns berechnet oder im Handel üblich. Verbindlich ist die jeweils gültige Norm, die Sie bei DIN Media beziehen. Wie wir Quellen auswählen und aktuell halten: Über dieses Wissen.
Fachliche Grundlage dieser Seite: DIN EN 10217-1:2019-08 sowie EN 10220 für die Durchmesserreihen und das Gewicht je Meter. Gewicht, Innendurchmesser, Wasserinhalt, Querschnitt und Oberfläche sind von uns aus Außendurchmesser und Wanddicke berechnet; die Rechnung ist bei jedem Bau dieser Seite gegen die Datenschicht geprüft.
Geschweißte Stahlrohre nach Abmessung und Werkstoff – fragen Sie unser Lager an
Senden Sie uns Abmessung, Werkstoff mit Prüfklasse und das gewünschte Prüfzeugnis. Was lagernd ist, liefern wir kurzfristig; alles Weitere beschaffen wir auf Anfrage.
Jetzt anfragen