Zum Hauptinhalt springen

Ein Service der Otto Zickwolff GmbH

Zum Shop →

Detailseite · Armaturen

Absperrklappen: kurze Baulänge, große Nennweiten, drei Bauprinzipien

Die Absperrklappe dreht eine Scheibe in der Rohrachse – mehr Armatur steckt kaum in weniger Bauraum. Ab etwa DN 100 ist sie meist die wirtschaftlichste Absperrlösung; vom HLK-Standard mit Elastomer-Manschette bis zur metallisch dichtenden Prozessarmatur ist es aber ein weiter Weg. Diese Seite erklärt die drei Bauprinzipien, die Anschlussarten Wafer, Lug und Doppelflansch, Werkstoffe, Normen und den richtigen Einbau.

Bewegung
drehend 90°
Produktnorm
DIN EN 593
Baulänge
DIN EN 558 Reihe 20 (Wafer)
Bauprinzipien
zentrisch · doppelt- · tri-exzentrisch

Die drei Bauprinzipien

  • Zentrisch (weichdichtend): Welle mittig, eine Elastomer-Manschette (EPDM, NBR, FKM) dichtet Scheibe und Flansche – Standard in Wasser, HLK und Kunststoffsystemen; die Temperaturgrenze setzt die Manschette.
  • Doppelt exzentrisch: Welle zweifach versetzt, die Scheibe hebt beim Öffnen sofort vom Sitz ab – weniger Verschleiß, höhere Drücke, auch regelnd einsetzbar (High-Performance-Klappen).
  • Tri-exzentrisch: zusätzlich gekippte Sitzgeometrie, metallisch dichtend – Prozessarmatur für hohe Drücke und Temperaturen bis in große Nennweiten (DN 1400 und mehr).
Prinzipskizze: zentrische, doppelt exzentrische und tri-exzentrische Absperrklappe Drei Längsschnitte durch die Rohrleitung: Bei der zentrischen Klappe liegt die Welle in der Scheiben- und Rohrmitte, bei der doppelt exzentrischen ist sie axial und radial versetzt, bei der tri-exzentrischen ist zusätzlich die Sitzachse geneigt. zentrisch doppelt exzentrisch tri-exzentrisch Manschette Welle e₁ e₂ geneigte Sitzachse
Die drei Bauprinzipien im Schnitt: zentrisch (Welle in Scheiben- und Rohrmitte, Elastomer-Manschette dichtet), doppelt exzentrisch (Welle um e₁ hinter die Dichtebene und um e₂ aus der Rohrachse versetzt – die Scheibe hebt beim Öffnen sofort vom Sitz ab) und tri-exzentrisch (zusätzlich geneigte Sitzachse für metallische, verschleißarme Dichtung). Eigene Schemazeichnung.
Bauformen

Werkstoffe und typische Vertreter

Zentrische Metall-Absperrklappe KSB BOAX-S in Zwischenflansch-Bauweise mit Handhebel und Thermometer
Zentrische Metallklappe für HLK und Wasser: Wafer-Bauweise mit Handhebel (KSB BOAX-S, DN 20–600). Bild: KSB
Zentrische Absperrklappe GF Typ 567 aus PVC-C mit orangem Handhebel
Kunststoff-Variante für Chemie und Wasseraufbereitung: zentrische Klappe aus PVC-C (GF Typ 567). Bild: GF
Tri-exzentrische Prozessarmatur ARI-ZETRIX in Doppelflansch-Ausführung
Metallisch dichtende Prozessklappe: tri-exzentrisch, Doppelflansch (ARI-ZETRIX, bis DN 1400). Bild: ARI

Das Spektrum reicht von der Gusseisen-Manschettenklappe der Gebäudetechnik (zentrisch, DVGW-Varianten für Trinkwasser mit EPDM-Manschette, Betätigung vom abschließbaren Handhebel bis zum Elektroantrieb) über doppelt exzentrische Ausführungen in Stahlguss und Edelstahl für Fernwärme und Prozesse bis zur tri-exzentrischen, metallisch dichtenden Klappe für Dampf, Öl und Gas. Auch die Kunststoffsysteme nutzen das zentrische Prinzip – etwa in PVC-U/PVC-C für Chemie und Wasseraufbereitung, klebbar ins Rohrsystem integriert. Im Zickwolff-Lager liegen zentrische Absperrklappen gängiger Nennweiten; exzentrische und Sonderausführungen beschaffen wir auf Anfrage.

Wafer, Lug, Doppelflansch – und der richtige Einbau

Anschlussseitig stehen drei Ausführungen zur Wahl: Wafer (zwischen zwei Flansche gespannt, Baulänge DIN EN 558 Reihe 20 – nur wenige Zentimeter), Lug (Gewindeaugen – je nach Konstruktion, Druckstufe und Herstellerfreigabe auch für Endeinbau und einseitiges Abflanschen geeignet) und Doppelflansch (eigene Flansche, robust für große Nennweiten und Erdeinbau). Beim Einbau gilt: Klappe leicht geöffnet einsetzen und zentrieren, den Scheibenfreigang prüfen (bei ausgekleideten oder dickwandigen Rohren kann die Scheibe anschlagen), erst dann die Schrauben über Kreuz anziehen. Zentrische Manschettenklappen dichten meist ohne zusätzliche Flanschdichtungen – die Manschette übernimmt das selbst. Und bei der Betätigung beachten: Automatisierte Ausführungen können je nach Antrieb niedrigere zulässige Differenzdrücke haben als die Handversion derselben Baureihe.

FAQ

Häufige Fragen zu Absperrklappen

Wie funktioniert eine Absperrklappe?

Eine Scheibe dreht um 90 Grad in der Rohrachse: quer zur Strömung sperrt sie ab, längs gibt sie den Querschnitt weitgehend frei. Gedichtet wird je nach Bauprinzip über eine Elastomer-Manschette (zentrisch), über einen versetzten Sitz mit schnellem Abheben der Scheibe (doppelt exzentrisch) oder metallisch über eine zusätzlich geneigte Sitzgeometrie (tri-exzentrisch). Mehr Armatur steckt kaum in weniger Bauraum – ab etwa DN 100 ist die Klappe meist die wirtschaftlichste Absperrlösung.

Was bedeutet zentrisch, doppelt exzentrisch und tri-exzentrisch?

Bei der zentrischen Klappe sitzt die Welle mittig in Scheibe und Rohrachse, die Elastomer-Manschette dichtet weich – Standard in Wasser und HLK. Beim doppelt exzentrischen Aufbau ist die Welle axial und radial versetzt, die Scheibe hebt beim Öffnen sofort vom Sitz ab – weniger Verschleiß, höhere Drücke, auch regelnd einsetzbar. Die tri-exzentrische Klappe kippt zusätzlich die Sitzachse und dichtet metallisch – die Prozessarmatur für hohe Drücke und Temperaturen bis in größte Nennweiten.

Wafer, Lug oder Doppelflansch – welcher Anschluss?

Wafer-Klappen werden zwischen zwei Rohrflansche gespannt – kurz (DIN EN 558 Reihe 20), leicht und günstig. Lug-Ausführungen haben Gewindeaugen und können je nach Konstruktion, Druckstufe und Herstellerfreigabe auch als Endarmatur eingesetzt oder einseitig abgeflanscht werden. Doppelflansch-Klappen tragen eigene Flansche und sind die robuste Lösung für große Nennweiten, Erdeinbau und Prozessanwendungen.

Braucht eine Absperrklappe Flanschdichtungen?

Bei zentrischen Manschettenklappen meist nicht: Die durchgezogene Elastomer-Manschette dichtet direkt gegen die Rohrflansche. Wichtig ist stattdessen der richtige Einbau – Klappe leicht geöffnet zentrieren, Scheibenfreigang prüfen (besonders bei ausgekleideten Rohren) und erst dann die Flanschschrauben anziehen. Exzentrische und Doppelflansch-Klappen werden dagegen wie üblich mit Flanschdichtungen montiert; maßgeblich ist die Einbauanleitung des Herstellers.

Welche Normen gelten für Absperrklappen?

Die Produktnorm für Absperrklappen aus Metall ist DIN EN 593; Baulängen folgen DIN EN 558 (Zwischenflansch typischerweise Reihe 20), Flanschanschlüsse DIN EN 1092-1, Antriebe DIN ISO 5211. Für Trinkwasser sind DVGW-Zulassung und geeignete Manschettenwerkstoffe (z. B. EPDM) maßgeblich, in der Gebäudetechnik zusätzlich die Anforderungen des jeweiligen Regelwerks.

Warum haben automatisierte Klappen oft niedrigere zulässige Differenzdrücke?

Der zulässige Differenzdruck hängt am verfügbaren Drehmoment: Handhebel oder Getriebe bringen je nach Übersetzung andere Momente auf als der montierte Schwenkantrieb. Deshalb geben Hersteller für automatisierte Ausführungen teils niedrigere Differenzdrücke frei als für die Handversion derselben Baureihe – ein häufig übersehener Auslegungspunkt bei der Antriebswahl.

← Zur Armaturen-Übersicht

Fachliche Grundlage: eigenes Zickwolff-FAQ-Paket (Themenblock Klappen) sowie freigegebene Partnerunterlagen von KSB (Broschüre Zentrische und exzentrische Absperrklappen: BOAX, ISORIA, DANAIS; Bilder mit Freigabe), ARI-Armaturen (ZETRIX/ZEDOX) und GF (Typ 567); Normfakten zu DIN EN 593, DIN EN 558 und DIN ISO 5211. Angaben ohne Gewähr – maßgeblich sind die aktuellen Normen und die technischen Unterlagen der Hersteller. Fachlich geprüft und freigegeben: Juli 2026; berücksichtigter Normen- und Herstellerstand: Juli 2026.